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Stablecoins: Die Krypto-Revolution ohne Kursrakete

Stablecoins rücken ins Visier von Banken, Finanzkonzernen und Unternehmen und könnten unseren Zahlungsverkehr stärker verändern, als ihr nüchterner Name vermuten lässt. Wie sie funktionieren, wo sie uns künftig im Alltag begegnen könnten und welche Risiken du kennen solltest.

Bitcoin ist schillernd, volatil und selten weit von der nächsten Schlagzeile entfernt. Stablecoins sind dagegen der Teil der Krypto-Welt, den man auf einer Party vermutlich erst erwähnt, wenn wirklich alle anderen Gesprächsthemen aufgebraucht sind.

Ihr großes Versprechen lautet schließlich: Ein digitaler Dollar soll morgen ungefähr so viel wert sein wie heute. Keine Kursrakete, kein „To the Moon“, nicht einmal die Aussicht, beim nächsten Familienessen beiläufig erwähnen zu können, dass sich das Investment seit Dienstag verdreifacht hat. Ein Stablecoin will vor allem eines: stabil sein.

Ausgerechnet diese ziemlich unspektakuläre Eigenschaft macht ihn derzeit allerdings zu einem der großen Zukunftsthemen der Kryptobranche. Visa und Mastercard bauen die Abwicklung mit Stablecoins aus, Banken und Fintechs entwickeln eigene Lösungen. Plötzlich interessiert sich die klassische Finanzwelt ausgerechnet für den Teil von Krypto, bei dem wilde Kurssprünge ausdrücklich unerwünscht sind.

Diesmal geht es nämlich nicht primär ums Spekulieren. Es geht ums Bezahlen.

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Was sind Stablecoins?

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Der digitale Dollar ohne Banköffnungszeiten

Das Prinzip ist zunächst simpel. Stablecoins sind Kryptowährungen, deren Wert an einen anderen Vermögenswert gekoppelt ist, meistens an den US-Dollar. Ein USDC oder USDT soll deshalb ungefähr einem US-Dollar entsprechen. Dafür halten die Herausgeber großer, fiat-basierter Stablecoins entsprechende Reserven, etwa Bargeld und kurzfristige Staatsanleihen.

Der entscheidende Unterschied zum Dollar auf dem Bankkonto liegt unter der Motorhaube: Stablecoins bewegen sich über Blockchains. Damit lassen sie sich rund um die Uhr verschicken, auch am Wochenende und über Landesgrenzen hinweg.

An exakt diesem Punkt wird aus dem etwas langweiligen Krypto-Cousin plötzlich ein ziemlich interessanter Typ. Wer schon einmal am Freitagabend Geld ins Ausland überweisen wollte, kennt das klassische Finanzsystem in seiner gemütlicheren Form. Banken haben Öffnungszeiten, Zahlungen laufen über verschiedene Institute und internationale Überweisungen können mehrere Stationen durchlaufen. Die Blockchain interessiert dagegen weder Samstagabend noch Feiertag.

Für eine Freundin in Bremen, der du 50 Euro schuldest, ist das ziemlich egal. Für ein Unternehmen, das Lieferanten in fünf Ländern bezahlt, oder eine Familie, die regelmäßig Geld über Grenzen hinweg verschickt, schon weniger.

Aus genau diesem Grund interessieren sich mittlerweile ausgerechnet die Unternehmen für Stablecoins, deren Geschäftsmodell seit Jahrzehnten darin besteht, Geld möglichst effizient von A nach B zu bewegen. Visa wickelt bereits Zahlungen mit Stablecoins ab, Mastercard baut seine Infrastruktur ebenfalls aus. Stablecoins sollen das klassische Finanzsystem dabei nicht unbedingt verdrängen. Viel interessanter ist, dass beide Welten gerade miteinander verschmelzen.

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Richtig interessant wird die Sache allerdings für uns Verbraucherinnen. Denn womöglich werden wir Stablecoins irgendwann nutzen, ohne überhaupt zu wissen, dass wir Stablecoins nutzen. Du bezahlst mit deiner Karte, überweist Geld oder kaufst online ein und siehst weiterhin Euro auf dem Bildschirm. Im Hintergrund könnte ein Teil der Abwicklung jedoch über eine Blockchain laufen.

Schließlich denken wir auch beim kontaktlosen Bezahlen unseres Morgenkaffees nicht darüber nach, welche technische Infrastruktur im Hintergrund arbeitet. Hauptsache, das Terminal piept und der Kaffee gehört uns.

Für Unternehmen liegt der Reiz in schnelleren internationalen Zahlungen und einer Infrastruktur, die nicht nach Büroschluss Feierabend macht. In Ländern mit instabilen Währungen kommt ein weiterer Vorteil hinzu: Dollar-Stablecoins ermöglichen digitalen Zugang zum US-Dollar, ohne dass dafür zwangsläufig ein amerikanisches Bankkonto nötig ist.

Bevor wir jetzt allerdings unser Girokonto feierlich verabschieden: Ein Stablecoin bringt natürlich auch Risiken mit sich. Seine Stabilität funktioniert nur, solange die Konstruktion dahinter funktioniert. Entscheidend ist deshalb, welche Reserven der Herausgeber hält und ob die Coins jederzeit wieder gegen echtes Geld eingelöst werden können. Dazu kommen technische Risiken, mögliche Hacks und die Frage, was passiert, wenn ein Anbieter in Schwierigkeiten gerät.

Die Sache mit dem „stable“

Die Vergangenheit hat bereits gezeigt, dass „stable“ im Namen kein Naturgesetz ist. Stablecoins können ihre Bindung verlieren, manche Konstruktionen sind dabei spektakulär gescheitert.

Für Anlegerinnen ist deshalb wichtig: Ein Stablecoin ist kein klassisches Investment, bei dem die Hoffnung auf steigende Kurse im Vordergrund steht. Sein eigentlicher Wert liegt in seiner Funktion. Er verbindet die Geschwindigkeit von Kryptowährungen mit einer Währung, deren Preis eben gerade nicht jeden Dienstagmorgen eine kleine Identitätskrise bekommt.
Bitcoin hat der Welt gezeigt, dass sich Geld ohne zentrale Bank über eine Blockchain bewegen lässt. Stablecoins machen daraus etwas deutlich Alltäglicheres: digitales Geld, das sich wie Krypto bewegen kann, sich aber anfühlen soll wie der Euro oder Dollar, den wir längst kennen.

Der größte Erfolg für Stablecoins wäre damit ausgerechnet der Moment, in dem wir aufhören, über sie zu reden: weil wir sie längst benutzen, ohne es überhaupt zu merken. Zugegeben: Für eine Branche, die die Raketen-Emojis quasi erfunden hat, wäre das ein erstaunlich erwachsenes Happy End.

"She goes Crypto": Die finanzielle-Kolumne ​​

Unsere Autorin Svenja Zitzer

Svenja hat internationale Fachjournalistik studiert und begeistert sich schon seit 2015 für Bitcoin & Co., immer auf der Spur von Zukunftstrends mit echtem Impact. Für finanzielle schreibt sie in Kooperation mit Bitcoin2Go die neue Kolumne „She goes Crypto“. Dabei erklärt sie die wichtigsten Coins und langfristige Strategien, wie man mit Kryptowährungen ein Vermögen aufbauen kann.

Svenja Zitzer schreibt eine Krypto-Kolumne für finanzielle

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