Ein roter Drache steigt am Himmel auf
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Aktienkauf: Was Studien über den besten Einstiegszeitpunkt verraten

Selbst Profis verpassen den perfekten Moment: Warum es kaum einen Unterschied macht, Aktien am Allzeithoch zu verkaufen – und warum Geduld an der Börse zählt.

Die Theorie klingt simpel. Vielversprechende Aktien in einem Börsentief kaufen und sie dann bei einem All-Time-High wieder verkaufen. Übersetzt ist das einfach Geldverdienen an der Börse. In der Praxis funktioniert das allerdings selten so easy. Schließlich kann wirklich niemand ahnen, wie sich die Kurse bewegen, selbst bei sorgfältiger Analyse des Unternehmens, der Quartalsberichte, der aktuellen geopolitischen Lage – und vielen anderen Faktoren, die Einfluss nehmen auf den Wert einer Aktie. Auch Börsen-Ikonen wie Warren Buffet oder Cathie Wood liegen regelmäßig daneben. Wie soll es dann privaten Anleger:innen gelingen, den perfekten Zeitpunkt für einen Kauf oder Verkauf zu treffen?

Jetzt noch investieren oder lieber warten?

Aktuell stehen die Indizes auf Rekordhöhen. Der heiße Herbst ist angebrochen, die Tech-Aktien bescheren den meisten Depots Traum-Renditen. Aber jetzt noch kaufen, wo doch KI-Fantasien schon eingepreist sind und von einer Blase gesprochen wird, die kurz vor dem Platzen ist? Ist es nicht besser, auf den nächsten Dip zu warten und tief einzusteigen? Oder verpasst man dann die großen Gewinne der Jahresend-Rallye? FOMO-Geplagte können sich jetzt entspannen. 

Dranbleiben ist entscheidend!

Mehrere Untersuchungen zeigen, dass der Versuch, den perfekten Ein- oder Ausstiegszeitpunkt zu treffen, langfristig kaum einen Unterschied macht. Entscheidend ist weniger, wann investiert wird, sondern wie lange das Kapital im Markt bleibt. Wer regelmäßig investiert und auch in turbulenten Phasen dabeibleibt, profitiert vom Zinseszinseffekt und den Erholungsphasen der Märkte.

So hat etwa eine Studie von J.P. Morgan gezeigt, dass Anleger:innen, die in den vergangenen 20 Jahren nur die zehn besten Börsentage verpasst haben, ihre Rendite fast halbiert hätten. Ähnliche Ergebnisse liefern Analysen von BlackRock und Morningstar: Wer konsequent investiert blieb, erzielte im Schnitt deutlich bessere Ergebnisse als jene, die versuchten, Kursschwankungen taktisch auszunutzen.

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Warum ist das Timing so schwierig?

  1. Unvorhersehbarkeit der Kurse
    Marktbewegungen werden von unzähligen Faktoren beeinflusst (Stimmung, Konjunkturdaten, Erwartungen, Zufälle). Bis jemand den Tiefpunkt identifiziert hat, ist er meist schon vorbei.
  2. Die besten Tage liegen oft eng beieinander mit den schlechtesten Tagen
    Analysen zeigen: Einige der stärksten Handelsgewinne und -verluste liegen nah beieinander – oft in Zeiten erhöhter Volatilität, etwa während Rezessionen. Wer zu häufig Ein- und Ausstiege versucht, verpasst damit genau die Tage mit den größten Chancen.
  3. Empirische Daten gegen Timing-Strategien
    Laut einer Untersuchung bei BlackRock und Morningstar zeigen Anleger:innen, die aktiv versuchten, Märkte zu timen, durchschnittlich schlechtere Renditen – etwa 1,1 Prozentpunkt pro Jahr geringer als der Durchschnitt von Fonds über lange Zeiträume.

Entwarnung für langfristige Geldanlagen

Für langfristig orientierte Anleger:innen macht es wenig Unterschied, ob ein Kauf drei Monate früher oder später erfolgt – wichtiger ist, durchzuhalten. Wer über viele Jahre investiert, profitiert von der Kraft des Zinseszinseffekts und der Erholungstendenz der Märkte nach Rücksetzern. Wer in breit diversifizierte ETFs investiert, ist ohnehin gut aufgestellt. Kurzfristige Schwankungen verlieren über Jahrzehnte hinweg an Bedeutung. Viel entscheidender ist, dass das Geld kontinuierlich am Markt arbeitet – unabhängig davon, ob die Kurse gerade steigen oder fallen.

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