Eine Frauenhand zeichnet mit einem Stück Stoffmalkreide eine Linie auf blauen Stoff
Ron Lach / Pexels

Warum ist die 200-Tage-Linie bei Aktien wichtig?

Du musst keine Charts lieben, um sie zu kennen: die 200-Tage-Linie. Sie gilt als eine der wichtigsten Orientierungen an der Börse, aber was sagt sie eigentlich wirklich aus?

Diese Kurve zeigt den Trend

Die 200-Tage-Linie gehört zu den meistbeachteten Orientierungen an der Börse. Spätestens wenn Kurse fallen oder plötzlich drehen, taucht sie in Analysen und Schlagzeilen auf. Doch was steckt eigentlich dahinter und warum schauen so viele Anleger:innen genau auf diese eine Marke?

Was ist die 200-Tage-Linie?

Die 200-Tage-Linie ist ein Durchschnitt. Genauer gesagt: der durchschnittliche Schlusskurs einer Aktie über die letzten 200 Handelstage. Jeden Tag wird dieser Wert neu berechnet. Ein neuer Kurs kommt dazu, der älteste fällt heraus.

Durch diese Berechnung entsteht eine Linie (genauer gesagt eine geglättete Kurve), die kurzfristige Schwankungen ausblendet. Während einzelne Kurse stark nach oben oder unten ausschlagen können, bleibt die 200-Tage-Linie vergleichsweise ruhig. Sie zeigt also nicht, was heute passiert, sondern wohin sich eine Aktie über einen längeren Zeitraum entwickelt.

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Warum gerade 200 Tage?

Es gibt viele solcher Durchschnittswerte. 50 Tage, 90 Tage oder 100 Tage sind ebenfalls verbreitet. Doch die 200-Tage-Linie hat sich international als Standard für den langfristigen Trend etabliert.

Der Grund ist simpel. Sie ist langsam genug, um kurzfristige Stimmungsschwankungen auszublenden, aber noch nah genug am aktuellen Kurs, um relevant zu bleiben. Genau deshalb wird sie von Fonds, Analyst:innen und Handelssystemen genutzt.

Was die Linie über einen Kurs aussagt

Liegt der Kurs über der 200-Tage-Linie, spricht man von einem Aufwärtstrend. Liegt er darunter, überwiegt ein Abwärtstrend. Klingt erstmal banal, hat aber echte Auswirkungen: Viele richten ihre Kauf- oder Verkaufsentscheidungen genau danach aus. Dadurch wird die 200-Tage-Linie zu einem wichtigen Orientierungspunkt. Wenn ein Kurs die Linie von unten nach oben durchbricht, wird das oft als Signal gewertet, dass sich ein Trend dreht. Umgekehrt kann ein Scheitern an der Linie anzeigen, dass der Abwärtstrend noch nicht vorbei ist. In der Charttechnik gilt die Annahme, dass alle verfügbaren Informationen bereits im Kurs enthalten sind. Statt einzelne Nachrichten zu bewerten, wird der Kursverlauf selbst analysiert. Die Linie hilft dabei, diesen Verlauf zu strukturieren. Wichtig: Hier geht es nur um Wahrscheinlichkeiten.

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Wo die Grenzen der 200-Tage-Linie liegen

Die 200-Tage-Linie sagt nichts über die Qualität eines Unternehmens aus. Sie bewertet keine Gewinne, keine Strategie und keine Zukunftsaussichten. Sie zeigt ausschließlich, wie sich der Kurs entwickelt hat.

Gerade in unruhigen Marktphasen kann das täuschen. Gute Unternehmen können unter die Linie rutschen, weil Zinsen steigen oder die allgemeine Stimmung kippt. Schlechtere Unternehmen können darüber liegen, weil der Markt kurzfristig optimistisch ist.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem. Die Linie reagiert immer verzögert. Sie zeigt Trends erst dann deutlich, wenn sie bereits im Gang sind.

Wie du sie in der Aktienanalyse sinnvoll nutzt

Die 200-Tage-Linie funktioniert am besten als Orientierung, nicht als absoluter Maßstab für deine Entscheidung. Sie hilft dir, den übergeordneten Trend zu erkennen und dich nicht von kurzfristigen Ausschlägen verunsichern zu lassen. Gerade für langfristige Anleger:innen kann das hilfreich sein, um Ruhe zu bewahren. Wer investiert, sollte die magische Linie aber immer auch mit anderen Faktoren kombinieren. Unternehmenszahlen, Marktumfeld und eigene Ziele solltest du bei deinem Investment ebenfalls berücksichtigen.

So kannst du sie dir anzeigen lassen

Öffne in deinem Depot oder einer Chart-App die gewünschte Aktie und wechsle in den Chart. Dort findest du einen Bereich wie „Indikatoren“. Wähle „Gleitender Durchschnitt“ oder „SMA“ aus und stelle die Periode auf 200. Achte zusätzlich darauf, dass der Chart auf Tagesansicht eingestellt ist – nur dann entspricht die Linie wirklich den letzten 200 Handelstagen. Danach wird sie dir automatisch im Chart eingeblendet.

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© Marcus Witte
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