Im Depot geht es aktuell eher nach unten als nach oben. Du investierst in ETFs und Aktien und wartest, dass sich die großen Gewinne einstellen – aber die Kurse scheinen unberechenbar? Jetzt überlegst du vielleicht, dass diese Anlageklasse doch nicht die richtige für dich ist. Doch die Volatilität hat Gründe. Je besser du sie verstehst, desto größer die Chance auf Rendite! Denn wenn du jetzt cool bleibst, kann sich das enorm positiv auswirken.
1. Nicht vom September verrückt machen lassen!
Gerade befinden wir uns im schwächsten Börsenmonat. Der September gilt als launisch und mau. Sagt zumindest die Statistik: Seit 1928 verliert der US-Leitindex S&P 500 in diesem Monat im Schnitt rund 1,2 Prozent. Nach Daten von RBC Wealth Management ist er der einzige Monat mit einer deutlich negativen Durchschnittsrendite. Hinzu kommen historische Crashs, die ausgerechnet in den September fielen: Die Anschläge vom 11. September 2001 oder die Pleite von Lehman Brothers 2008.
Außerdem kommt hinzu, dass sich viele Börsenanleger:innen im Sommer in den Urlaub verabschieden. Im Herbst kehren sie zurück, doch der Handel im September ist noch etwas eingeschränkt. Schlechte Nachrichten schlagen deswegen stärker auf die Kurse durch.
Historisch sind der Oktober und November die besten Monate an der Börse. Außerdem kommt ja noch die Jahresendrallye. Warten wir also einfach ab, bis der September vorbei ist und genießen die letzten Sonnenstunden an der frischen Luft!
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3. Langfristig anlegen: Buy and Hold
Buy and Hold ist eine Strategie, die viele Anleger:innen verfolgen: Aktien oder ETFs kaufen und über viele Jahre halten, statt auf kurzfristige Kursbewegungen zu reagieren. Die Idee dahinter: Langfristig sollen Unternehmenswachstum, Dividenden und der Zinseszinseffekt wirken. Entscheidend ist also Zeit im Markt statt der Versuch, den perfekten Ein- und Ausstiegszeitpunkt zu erwischen.
Ein Beispiel aus dem DAX, das beruhigt und positiv stimmt: Wer in den vergangenen 50 Jahren regelmäßig in den DAX investierte und 20 Jahre durchhielt, erzielte laut Deutschem Aktieninstitut im historischen Durchschnitt mehr als 8 Prozent Rendite pro Jahr.
Der US-amerikanische Index S&P 500 toppt das Ganze noch: Aus 10.000 US-Dollar, die Anfang 2006 investiert wurden und bis Ende 2025 unangetastet blieben, wären laut J.P. Morgan rund 80.619 Dollar geworden. Das entspricht etwa 11 Prozent Rendite pro Jahr.
Also: Durchhalten und auf die alte Börsenweisheit „Hin und her, Taschen leer“ vertrauen. Trotzdem sollte man sich immer bewusst sein: Buy and Hold schützt nicht vor heftigen zwischenzeitlichen Verlusten. Der MSCI World verlor während der Finanzkrise 2007 bis 2009 zeitweise rund 58 Prozent. Die Strategie funktioniert deshalb vor allem für Anleger:innen, die breit gestreut investieren, einen langen Anlagehorizont haben und solche Rückschläge tatsächlich aushalten können.
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