Frau in grünem Mantel steht vor grünen Blättern, richtet den Kopf nach oben und hat die Augen geschlossen
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Wie bleibt man gelassen, wenn die Kurse fallen?

Die Börse ist 2026 volatiler als in den Jahren zuvor. Da braucht es gute Nerven, wenn die Kurse fallen und das Depot rote Zahlen zeigt. 5 Tipps, wie du jetzt ruhig bleibst.

Im Depot geht es aktuell eher nach unten als nach oben. Du investierst in ETFs und Aktien und wartest, dass sich die großen Gewinne einstellen – aber die Kurse scheinen unberechenbar? Jetzt überlegst du vielleicht, dass diese Anlageklasse doch nicht die richtige für dich ist. Doch die Volatilität hat Gründe. Je besser du sie verstehst, desto größer die Chance auf Rendite! Denn wenn du jetzt cool bleibst, kann sich das enorm positiv auswirken.

1. Nicht vom September verrückt machen lassen!

Gerade befinden wir uns im schwächsten Börsenmonat. Der September gilt als launisch und mau. Sagt zumindest die Statistik: Seit 1928 verliert der US-Leitindex S&P 500 in diesem Monat im Schnitt rund 1,2 Prozent. Nach Daten von RBC Wealth Management ist er der einzige Monat mit einer deutlich negativen Durchschnittsrendite. Hinzu kommen historische Crashs, die ausgerechnet in den September fielen: Die Anschläge vom 11. September 2001 oder die Pleite von Lehman Brothers 2008.

Außerdem kommt hinzu, dass sich viele Börsenanleger:innen im Sommer in den Urlaub verabschieden. Im Herbst kehren sie zurück, doch der Handel im September ist noch etwas eingeschränkt. Schlechte Nachrichten schlagen deswegen stärker auf die Kurse durch.

Historisch sind der Oktober und November die besten Monate an der Börse. Außerdem kommt ja noch die Jahresendrallye. Warten wir also einfach ab, bis der September vorbei ist und genießen die letzten Sonnenstunden an der frischen Luft!

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2. Kurstiefs als Chance sehen: It’s Shopping-Time! 

Drehen wir die Lage einfach zu unseren Gunsten um: Jetzt bieten sich prima Gelegenheiten, in ETFs oder Aktien einzusteigen, denn die Kurse stehen (zumindest teilweise) niedrig. Buy the Dip ist das Motto der Stunde. Was natürlich nicht heißt, blindlings zu kaufen. Tiefs kannst du auch zukünftig nutzen, wenn du deine Lieblingsaktien auf eine Watchlist setzt, und zuschlägst, wenn sie einen Dip erreichen. So bist du bestens vorbereitet, die große Erholung in den nächsten Wochen mitzunehmen. Wir geben Tipps, wie du Aktien analysieren kannst. Vielleicht ist die Graham-Methode dein passendes Tool? Ein weiterer Trost: Wer ohnehin regelmäßig per Sparplan investiert, bekommt bei niedrigeren Kursen automatisch mehr Anteile fürs gleiche Geld. Auch das kann helfen, rote Zahlen etwas entspannter zu sehen.

3. Langfristig anlegen: Buy and Hold

Buy and Hold ist eine Strategie, die viele Anleger:innen verfolgen: Aktien oder ETFs kaufen und über viele Jahre halten, statt auf kurzfristige Kursbewegungen zu reagieren. Die Idee dahinter: Langfristig sollen Unternehmenswachstum, Dividenden und der Zinseszinseffekt wirken. Entscheidend ist also Zeit im Markt statt der Versuch, den perfekten Ein- und Ausstiegszeitpunkt zu erwischen.

Ein Beispiel aus dem DAX, das beruhigt und positiv stimmt: Wer in den vergangenen 50 Jahren regelmäßig in den DAX investierte und 20 Jahre durchhielt, erzielte laut Deutschem Aktieninstitut im historischen Durchschnitt mehr als 8 Prozent Rendite pro Jahr.

Der US-amerikanische Index S&P 500 toppt das Ganze noch: Aus 10.000 US-Dollar, die Anfang 2006 investiert wurden und bis Ende 2025 unangetastet blieben, wären laut J.P. Morgan rund 80.619 Dollar geworden. Das entspricht etwa 11 Prozent Rendite pro Jahr.

Also: Durchhalten und auf die alte Börsenweisheit „Hin und her, Taschen leer“ vertrauen. Trotzdem sollte man sich immer bewusst sein: Buy and Hold schützt nicht vor heftigen zwischenzeitlichen Verlusten. Der MSCI World verlor während der Finanzkrise 2007 bis 2009 zeitweise rund 58 Prozent. Die Strategie funktioniert deshalb vor allem für Anleger:innen, die breit gestreut investieren, einen langen Anlagehorizont haben und solche Rückschläge tatsächlich aushalten können.

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4. Politische Schlagzeilen nicht mit Verkaufssignalen verwechseln

Börse und Politik sind miteinander verwoben. Und damit meinen wir nicht die Aktienkäufe US-amerikanischer Präsidenten, sondern die geopolitischen Ereignisse der letzten Monate. Irankrieg, Ölpreise, Zölle, der russische Angriffskrieg auf die Ukraine … Außerdem befinden wir uns aktuell in einem Midterm-Jahr. Was heißt: In den USA stehen die Zwischenwahlen an. Am 3. November 2026 werden alle Sitze im Repräsentantenhaus und rund ein Drittel des Senats neu gewählt. Für die Börse bedeutet das zunächst vor allem eines: zusätzliche Unsicherheit. Historisch schwanken die Kurse in Midterm-Jahren stärker und entwickeln sich schwächer als in anderen Jahren. Seit 1937 brachte der S&P 500 in Midterm-Jahren im Schnitt 9,2 Prozent Rendite, in den übrigen Jahren waren es 13,3 Prozent. Spannend ist allerdings, was danach passiert: Sobald klarer wird, wie die politischen Machtverhältnisse künftig aussehen, lässt die Unsicherheit meist nach. Historisch legte der S&P 500 allein im vierten Quartal eines Midterm-Jahres durchschnittlich um 6,6 Prozent zu. Die Rallye begann im Schnitt sogar schon knapp einen Monat vor dem Wahltermin.

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5. Steigende Zinsen: Diversifikation hilft

Auch die Zinsen sorgen wieder für Unruhe an der Börse. Der Iran-Krieg und die hohen Ölpreise schüren die Sorge, dass die Inflation erneut anzieht. Und damit könnten weitere Zinserhöhungen nötig werden. Wie es weitergeht, könnte sich nun zeigen: Am 10. September entscheidet die EZB über die Zinsen, am 11. September werden die neuen US-Inflationsdaten veröffentlicht. Vor allem letztere dürften für die Fed wichtig werden, die am 15. und 16. September über den Leitzins entscheidet. Aktuell rechnet die Mehrheit der Ökonom:innen noch mit einer Zinspause. Fällt die Inflation höher aus als erwartet, könnte eine Zinserhöhung aber wieder wahrscheinlicher werden. Für Aktien ist das keine gute Nachricht. Höhere Zinsen verteuern Kredite und machen gleichzeitig Anleihen attraktiver. Besonders Wachstums- und Technologieaktien können deshalb unter steigenden Zinserwartungen leiden. Wer langfristig und breit gestreut investiert, hat aber wenig Grund, wegen jeder neuen Schlagzeile sein Depot umzubauen. Im Gegenteil: Wer in unruhigen Zeiten verkauft, riskiert, die anschließende Erholung zu verpassen. Gerade die stärksten Börsentage folgen häufig auf besonders schlechte. Gerade deshalb bringt es wenig, jeder neuen Spekulation hinterherzuhandeln. Schon wenige Tage können die Lage wieder verändern. Wer langfristig und breit gestreut investiert, muss sein Depot nicht wegen jeder Zinsprognose umbauen. Wer in unruhigen Zeiten verkauft, riskiert vielmehr, die anschließende Erholung zu verpassen.

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