Junge Frau steht am Schreibtisch und schaut aufs Laptop
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Neues Verbraucherkreditrecht ab November 2026: Was bedeutet das?

Ein neues Smartphone auf Raten und die Waschmaschine über einen Kleinkredit finanzieren? Ab 20. November gelten für diese Kreditgeschäfte neue Regeln.
Ein paar Klicks, schon ist der Einkauf erledigt. Bezahlt wird erst in 30 Tagen oder bequem in kleinen Monatsraten. Was beim Onlineshopping ganz praktisch klingt, kann leider teuer werden. Vor allem, wenn mehrere Rechnungen gleichzeitig fällig werden oder die Raten irgendwann das monatliche Budget sprengen. Das neue Verbraucherkreditrecht will Verbraucher:innen stärker vor Überschuldung schützen. Deutschland setzt damit eine EU-Richtlinie um. Die wichtigste Neuerung: Auch kleine und bislang häufig ausgenommene Kredite fallen künftig unter strengere Vorschriften. Das betrifft nicht nur klassische Bankdarlehen, sondern auch viele Finanzierungsangebote direkt an der Ladenkasse oder im Onlineshop.

Was gilt ab November 2026 beim Verbraucherkredit?

Bisher machte das Gesetz bei bestimmten Finanzierungen Ausnahmen. Beispielsweise galten die besonderen Vorschriften für Verbraucherdarlehen grundsätzlich nicht für Kredite unter 200 Euro oder für bestimmte kurzfristige und kostenlose Finanzierungen. Doch das neue Verbraucherkreditrecht erweitert den gesetzlichen Schutz unter anderem auf:

• Kleinkredite unter 200 Euro: Auch kleine geliehene Beträge werden erfasst.
• Zins- und gebührenfreie Kredite: Selbst wenn eine Finanzierung nichts extra kostet, können Schutzvorschriften greifen.
• Kurzfristige Kredite: Auch Darlehen mit einer Laufzeit von höchstens drei Monaten fallen grundsätzlich darunter.
• Buy now, pay later: Viele Angebote, bei denen du heute einkaufst und erst später bezahlst, werden stärker reguliert.



Aber nicht jede Rechnung mit Zahlungsziel wird automatisch zum regulierten Kredit. Für bestimmte Zahlungsaufschübe gelten weiterhin Ausnahmen.

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Buy now, pay later: Was ändert sich bei Klarna und Co.?

Ob neue Winterstiefel, ein Laptop fürs Studium oder die nächste größere Bestellung: Zahlungsdienste wie Klarna verführen dazu, Zahlungen auf später zu verschieben. Das Problem: Wer heute dreimal auf „Später bezahlen“ klickt, muss womöglich in wenigen Wochen drei Rechnungen gleichzeitig begleichen. Und verliert dabei leicht den Überblick. Künftig müssen Anbieter bei vielen dieser Finanzierungen genauer prüfen, ob Kund:innen die Zahlungen voraussichtlich leisten können. Außerdem sollen sie verständlicher über die Vertragsbedingungen informieren. Wie umfangreich so eine Kreditwürdigkeitsprüfung ausfällt, hängt unter anderem von der Art und Höhe des Kredits sowie dem damit verbundenen Risiko ab. Für dich bedeutet das: Eine Finanzierung kann künftig etwas aufwendiger werden oder auch abgelehnt werden, wenn Zweifel an deiner Zahlungsfähigkeit bestehen. Dafür soll das Risiko sinken, dass du mehr Schulden aufnimmst, als du tragen kannst.

Kredit abgelehnt? Du kannst eine menschliche Überprüfung verlangen

Du möchtest einen Laptop finanzieren, doch der Kreditantrag wird innerhalb weniger Sekunden abgelehnt? Dahinter kann eine automatisierte Entscheidung stecken, bei der eine Software deine Kreditwürdigkeit anhand verschiedener Daten bewertet. Das neue Gesetz stärkt deine Rechte. Beruht die Kreditwürdigkeitsprüfung auf automatisierter Datenverarbeitung, kannst du unter den gesetzlichen Voraussetzungen verlangen, dass ein Mensch die Bewertung überprüft. Du hast außerdem Anspruch auf Erläuterungen und kannst deinen Standpunkt darlegen. Das ist besonders wichtig, wenn die verwendeten Daten fehlerhaft oder veraltet sind. Eine menschliche Überprüfung garantiert dir zwar keinen Kredit. Sie gibt dir aber die Möglichkeit, eine automatisierte Bewertung hinterfragen zu lassen.

Kreditvertrag per E-Mail abschließen: Das wird ab November 2026 einfacher

Bisher mussten klassische Allgemein-Verbraucherdarlehensverträge grundsätzlich schriftlich abgeschlossen werden. In Zukunft genügt die Textform. Das erleichtert digitale Vertragsabschlüsse, beispielsweise per E-Mail oder über entsprechende Onlineverfahren. Eine handschriftliche Unterschrift ist damit nicht mehr grundsätzlich erforderlich. Für Immobilienkredite gilt diese Erleichterung nicht. Wichtig ist allerdings, dass du einem Kredit ausdrücklich zustimmst. Bereits angekreuzte Kästchen dürfen diese Zustimmung nicht ersetzen.

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Widerrufsrecht: Das ist jetzt neu

Du hast einen Kredit abgeschlossen und stellst kurz darauf fest, dass du ihn doch nicht brauchst? Bei Verbraucherdarlehen gilt grundsätzlich ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Neu ist die Begrenzung des bislang unter bestimmten Umständen zeitlich unbegrenzten Widerrufsrechts. Bei fehlerhaften Pflichtinformationen endet die Widerrufsmöglichkeit künftig grundsätzlich spätestens nach zwölf Monaten und 14 Tagen. Für fehlende oder fehlerhafte Belehrungen über das Widerrufsrecht gelten besondere Regeln.

Gilt das neue Verbraucherkreditrecht auch für bestehende Kredite?

Die neuen Regeln gelten grundsätzlich für Kreditverträge, die ab dem 20. November 2026 abgeschlossen werden. Für bereits bestehende Verträge bleibt das bisherige Recht bestehen. Bei bestimmten laufenden Kreditverhältnissen gelten allerdings Ausnahmen.

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© Marcus Witte
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