Beim Immobilienkauf fallen neben dem eigentlichen Kaufpreis auch sogenannte Kaufnebenkosten an – und die können je nach Bundesland bis zu 15 % des Kaufpreises ausmachen. Zu den wichtigsten Posten zählen die Grunderwerbsteuer, Notarkosten, Grundbuchgebühren sowie gegebenenfalls Maklerprovisionen. Wer realistisch kalkulieren will, sollte frühzeitig alle Kostenfaktoren einplanen, regionale Unterschiede beachten und sich nicht allein auf den Kaufpreis fokussieren. Ein transparenter Kostenüberblick hilft, Finanzierungslücken zu vermeiden und den Eigenkapitalbedarf präzise zu ermitteln.
Gebühren und Steuern
Beim Kauf einer Immobilie fallen Gebühren für den Notar und die Eintragung ins Grundbuch an – meist in Höhe von insgesamt zwei Prozent des reinen Kaufpreises. Dazu kommt die Grunderwerbsteuer, deren Höhe die einzelnen Bundesländer selbst festlegen: zwischen 3,5 Prozent (Bayern) und 6,5 Prozent des Kaufpreises, zum Beispiel in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Thüringen und im Saarland. Achtung: Es ist steuerlich günstiger, zuerst nur das Grundstück zu erwerben. Bei Neubauten entscheiden sich die meisten allerdings für ein schlüsselfertiges Objekt. Dabei werden Haus und Grundstück oft im Paket gekauft. Dann wird die Grunderwerbsteuer auf den Gesamtpreis statt nur auf den Grundstückspreis fällig – und fällt damit deutlich höher aus.
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Makler:in
Modernisierung
Wird eine Immobilie secondhand erworben, muss man sie meist erst auf die eigenen Bedürfnisse oder den Stand der Technik anpassen. Die Kosten für die Modernisierung hängen von den eigenen Vorstellungen, der Größe und dem Zustand der Immobilie ab. Der Verband privater Bauherren gibt dennoch pauschale Orientierungswerte an und zwar nach dem Alter einer Immobilie. So reichen bei Immobilien aus Baujahren ab 2000 oft rund 16 Prozent des Kaufpreises zur Modernisierung. Für Baujahre von 1970 bis 1980 sollte man bereits rund ein Drittel mehr kalkulieren. Bei Altbauten vor 1930 kommt noch einmal rund die Hälfte des Kaufpreises für die Sanierung dazu. Wer selbst baut, sollte Fachleuten zufolge von vornherein fünf Prozent der geplanten Baukosten zusätzlich als Sicherheitspuffer aufschlagen und auf die hohe Kante legen. Dann bringt es die Finanzierung nicht gleich zum Einsturz, wenn Material nachbestellt wird oder Arbeiten länger dauern.
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Nebenkosten beim Hauskauf kalkulieren
Beispiel für Nebenkosten beim Immobilienkauf
Gesamtkosten Immobilie
Anschaffungskosten:
Kaufpreis 615.000 Euro für Einfamilienhaus in Berlin, 120 qm, Eigenheim, Baujahr 1980 *
Kaufnebenkosten:
Grunderwerbsteuer 36.900 Euro (bundesweit 3,5 bis 6,5 % des Kaufpreises, 6 % in Berlin) Maklercourtage 21.955 Euro (3 % bis über 7 % des Kaufpreises, hälftig zu tragen von Käufer:in und Verkäufer:in, im Beispiel: 7,14 % geteilt durch 2)
Notar- und Gerichtskosten:
12.300 Euro (meist 2 % des Kaufpreises)
SUMME EINMALIGE KAUFNEBENKOSTEN 71.155 Euro
SUMME KAUFPREIS UND KAUFNEBENKOSTEN 686.155 Euro
Mögliche weitere Posten:
Renovierung/Modernisierung 184.500 Euro (Baujahr 1980, 30 % des Kaufpreises), Puffer (5 %) 30.750 Euro
SUMME ANSCHAFFUNGSKOSTEN GESAMT 901.405 Euro
* laut Landesbausparkassen häufigster Preis für gebrauchte Einfamilienhäuser in Berlin 2021
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