Nach einem Medienbericht rechnet die Deutsche Rentenversicherung inzwischen damit, dass der Beitragssatz ab 2028 stärker steigen muss als bislang angenommen. Statt auf 19,8 Prozent könnte der Beitrag bereits auf 19,9 Prozent klettern. Für Arbeitnehmer:innen würde das höhere Abgaben bedeuten.
Hinter der scheinbar kleinen Veränderung steckt ein deutlich größeres Problem: Die Finanzierung der gesetzlichen Rente gerät durch den demografischen Wandel immer stärker unter Druck.
Warum die Beiträge ab 2028 steigen sollen
Aktuell liegt der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung bei 18,6 Prozent. Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber tragen die Kosten jeweils zur Hälfte.
Laut einem Bericht über interne Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung könnte der Satz 2028 auf 19,9 Prozent steigen. Für 2029 werden bereits 20 Prozent erwartet. In den Folgejahren soll der Beitrag schrittweise weiter zulegen.
Der Hauptgrund ist bekannt: Immer mehr Menschen gehen in Rente, während gleichzeitig weniger Beitragszahler:innen nachkommen. Das Verhältnis zwischen Erwerbstätigen und Rentner:innen verschiebt sich seit Jahren.
Auch die Bundesregierung verweist in ihren Rentenversicherungsberichten regelmäßig auf die Auswirkungen der alternden Bevölkerung auf die Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung. Der Rentenversicherungsbericht wird jährlich auf Grundlage von §154 SGB VI vorgelegt und enthält die langfristigen Prognosen zu Beitragssätzen und Rentenniveau.
Die Prognosen werden pessimistischer
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Die eigentliche Debatte beginnt erst
Die aktuellen Zahlen zeigen vor allem eines: Die gesetzliche Rente allein wird künftig immer schwerer finanzierbar. Der Beitragssatz könnte laut Bundesregierung bis Ende der 2030er Jahre auf über 21 Prozent steigen. Gleichzeitig fließen bereits heute jedes Jahr mehr als 100 Milliarden Euro Steuergeld in die Rentenkasse.
Deshalb rückt ein Thema wieder stärker in den Fokus, das politisch lange umstritten war: kapitalgedeckte Altersvorsorge über den Aktienmarkt – das Altersvorsorgedepot.
Die Bundesregierung plant erstmals einen staatlichen Fonds, der Geld am Aktienmarkt anlegt. Die Gewinne daraus sollen langfristig helfen, die gesetzliche Rente zu stabilisieren. Die Idee dahinter: Nicht allein die Beiträge der Beschäftigten sollen künftig die Renten finanzieren, sondern zusätzlich Kapitalerträge. International ist dieses Modell längst verbreitet. Länder wie Schweden oder Norwegen setzen seit Jahren deutlich stärker auf aktienbasierte Elemente in der Altersvorsorge.
Für alle bedeutet das vor allem eines: Private Altersvorsorge dürfte künftig noch wichtiger werden. Denn die zentrale politische Frage lautet längst nicht mehr, ob sich das Rentensystem verändern muss. Sondern wie stark sich der Staat künftig auf Kapitalmärkte, private Vorsorge und längere Erwerbszeiten stützen wird.









