Gemischte Süßigkeiten: Wie viele ETFs sind sinnvoll?
Analia Baggiano / Unsplash

Wie viele ETFs sind sinnvoll?

Du hast bereits mehrere ETFs im Depot oder überlegst, einen neuen Sparplan anzulegen? Wie viele ETFs Sinn machen und welche du besser nicht kombinierst!

Chaos im Depot?

Der ETF hat sich zum Finanzprodukt des Jahrzehnts gemausert. Als Easygoing-Invest bestens geeignet für Einsteiger:innen, weil unkompliziert und erfolgreich, erfreut er sich großer Beliebtheit. Aber irgendwann stellt sich häufig die Frage, wie viele ETFs eigentlich im sinnvoll sind und wann das Depot unübersichtlich wird. Klar, Portfolio-Diversifikation ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Anlagestrategie, und ETFs können dabei eine wesentliche Rolle spielen. Wie du die optimale Anzahl von ETFs für dein Depot bestimmst, was es dabei zu beachten gilt und welche Fonds du besser nicht miteinander kombinieren solltest.

Ein, zwei, drei – oder zehn? Die optimale Anzahl an ETFs

Wie viele ETFs tatsächlich optimal sind, lässt sich gar nicht pauschal beantworten. Anstatt sich auf eine bestimmte Anzahl von ETFs zu konzentrieren, sollten Anleger:innen die Qualität und Diversifikation im Auge behalten. Theoretisch kann bereits ein einziger ETF, sofern er breit diversifiziert ist, ausreichend sein, um in ein weites Spektrum des Marktes zu investieren. Ein Welt-ETF, der in die globalen Aktienmärkte anlegt, könnte zum Beispiel so ein bequemes  Pantoffel-Portfolio sein. Natürlich sollte man die Performance genau im Auge behalten und langfristig das Portfolio eher diversifizieren, indem man auch auf andere Anlagen wie Gold oder Immobilien setzt. 

Willst du in verschiedene ETFs investieren, solltest du auch die Kosten abwägen. ETFs kommen in der Regel mit niedrigen Gebühren aus, aber jede Transaktion und jeder gehaltene ETF kann Gebühren verursachen, die langfristig die Rendite schmälern.

Mit zunehmender Anzahl von ETFs im Depot wird auch die Überwachung und Rebalancing des Portfolios aufwendiger. Ein übersichtliches Portfolio mit wenigen ausgewählten ETFs kann hingegen einfacher zu verwalten sein. Wer ins Depot blickt und schon auf den ersten Blick vom Chaos gestresst ist, hat sich vielleicht zu viel ins Körbchen gelegt.

Finanzexpert:innen empfehlen übrigens, mindestens in zwei, aber höchstens acht ETFs zu investieren. Anfänger:innen sollten nicht mehr als fünf in ihr Portfolio aufnehmen.

Lies auch:

Bunte Cremetörtchen: Was ist eine Beimischung im Depot?

Was ist eine Beimischung?

Was ist eine Beimischung im Finanzwesen und warum solltest du eine in deinem Portfolio haben? Wir geben Tipps, wie du klug investierst und ein paar bunte Tupfen in dein Depot bringst.

Weiterlesen »

Risiko minimieren und tatsächlich streuen

Hinter dem Vorhaben, in verschiedene ETFs zu investieren, steckt oft der Wunsch nach Risikominimierung. Um eine clevere Diversivikation zu erreichen, muss man allerdings auch genauer hinsehen. Wie setzt sich der ETF anteilig zusammen? Wer in drei verschiedene ETFs investiert, die alle auf eine Branche – zum Beispiel Tech oder Health – konzentriert sind, geht natürlich ein höheres Risiko ein. Häufig stecken hier auch Anteile derselben Firmen drin – Apple, Microsoft Nvidia zum Beispiel. Selbst wenn verschiedene Indizes gemischt werden und du nicht nur auf den MSCI World setzt und etwa in den All Countries World Index (ACWI) investierst, musst du auf die Zusammensetzung achten, um nicht zu stark von der Performance einzelner Unternehmen abhängig zu werden. Außerdem macht es Sinn, sich nicht zu stark auf eine Region zu konzentrieren. Der MSCI World zum Beispiel steht aktuell immer wieder in der Kritik, weil er zu etwa 70 % Unternehmen aus den USA enthält. Um das Klumpenrisiko also zu vermeiden, könnte ein Investment in Welt-ETFs sinnvoll sein, die auf die ganze Welt streuen und bereits Schwellenländer enthalten. Allerdings muss man sagen, dass beliebte Beimischungen wie Neue-Energie-ETF oder Schwellenländer in der jüngeren Vergangenheit deutlich schlechter als der MSCI World abschnitten.

Lies auch:

Welche ETFs solltest du nicht kombinieren?

Es macht also keinen Sinn, ETFs zu kombinieren, die sich zu ähnlich sind. Sie dir in deinem Depot oder auf Plattformen wie justETF oder extraETF an, welche Einzelaktien im Fonds stecken. Sind die Überschneidungen zu stark oder fokussieren sich die ETFs auf eine Branche, macht es keinen Sinn, sie zu kombinieren. Besser ist es, mit Anlageklassen ein Portfolio aufzubauen.

Unsere ETF-Themen im Überblick: 

Jetzt teilen:

Weiße Gitarre und eine weibliche Hand, die an einer Seite zupft

Was Erlebnisse wirklich wert sind

Konzerte, Stadionmomente, Reisen: Echte Highlights im Kalender gewinnen für viele an Bedeutung. Fabiana Mingrone erklärt, warum Service, Zeitersparnis und privilegierte Kontingente dabei zum eigentlichen Mehrwert werden.

Weiterlesen »
Karina Metzdorf auf einer pinken Grafik für ihre Kolumne "Pinkvestiert" auf finanzielle.de

Braucht dein Portfolio Gold?

Gold performt in Krisenzeiten. Doch wer es als Renditeturbo versteht, liegt falsch. Warum Gold im Portfolio vor allem Stabilität bringt, wie hoch du es gewichten solltest und welche Form steuerlich und strategisch Sinn ergibt.

Weiterlesen »
Ein junges Paar: Er nimmt ihren Kopf in seine Hände, beide sehen sich an und stehen vor einem grünen Blätterwerk

Gemeinschaftskonto oder Einzelkonto?

Immer mehr Paare entscheiden sich wieder für ein Gemeinschaftskonto. Was nach Pragmatismus klingt, ist eine weitreichende finanzielle Weichenstellung. Wir zeigen die Vor- und Nachteile – und worauf ihr unbedingt achten solltet.

Weiterlesen »
Junge Frau mit raspelkurzen blinden Haaren stützt die Stirn auf die Hand und hält die Augen geschlossen.

Zwischen Therapie und Alltag: Die finanziellen Folgen einer Krebserkrankung

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erhält im Laufe seines Lebens etwa jeder zweite Mensch in Deutschland eine Krebsdiagnose. Für die Betroffenen bedeutet das eine enorme körperliche und seelische Belastung. Weniger sichtbar, aber ebenfalls relevant sind die finanziellen Folgen: Zuzahlungen und private Ausgaben können sich im Verlauf der Behandlung spürbar summieren.

Weiterlesen »
Newsletter finanzielle
© Marcus Witte
Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Vielen Dank für deine Anmeldung zu unserem finanzielle Newsletter. Deine Anmeldung war erfolgreich.

Mach dich finanziell unabhängig

 – mit unserem Newsletter! 

Als DANKESCHÖN für deine 

NEWSLETTER-ANMELDUNG erhältst du 

das finanzielle eMagazin mit Verona Pooth und unserem beliebten ETF-Entscheidungsbaum!