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Nachhaltige Geldanlage ist viel mehr als ein Trend

Jennifer Brockerhoff ist Expertin für alle Fragen rund um grüne Finanzen. Im Interview verrät sie ihre besten Tipps zur nachhaltigen Geldanlage. Sie warnt vor Greenwashing - aber auch vor Greenbashing.

finanzielle: Was ist das eigentlich genau, nachhaltige Geldanlage?

Jennifer Brockerhoff: Es gibt nicht die eine, allgemeingültige Definition von nachhaltig. Was du als nachhaltig empfindest, könnte für mich ein absolutes No-Go sein und umgekehrt. Jede Anlegerin muss sich, bevor sie investiert, ganz individuell Gedanken machen, welche Prioritäten sie bei der Geldanlage setzen möchte.

Wie gehe ich dabei am besten vor, welche Nachhaltigkeitskriterien sollte ich berücksichtigen?

Es gibt verschiedene Herangehensweisen und auch Kriterien, nach denen man schauen kann. Zuallererst könntest du dir überlegen, was du ausschließen würdest, also in welche Unternehmen du auf keinen Fall investieren möchtest. Beispiele für Ausschlusskriterien wären: Menschenrechtsverletzungen, Korruption, Kohle, Rüstung oder Kernenergie.

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Und was wären positive Kriterien, die ich bei der Auswahl meines Investments anwenden könnte?

Du könntest dich zum Beispiel an ESG-Kriterien halten. E steht für Environmental, S für Social und G für Governance – also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Bei ESG geht es also nicht nur um Umweltschutz, sondern auch um soziale und ethische Kriterien wie gute Führung der Mitarbeitenden oder Diversität im Team. Zudem gibt es unter anderem noch den sogenannten „Best-in-Class-Ansatz“, bei dem in die nachhaltigsten Unternehmen einer Branche investiert wird. Und natürlich Impact Investment sowie verschiedene Ökosiegel, an denen man sich orientieren kann. 

Ist eine grüne Geldanlage denn wirklich immer komplett nachhaltig?

Grün ist auch hier eine eher subjektive Einschätzung. Ein Beispiel: Eine Ratingagentur stuft einen Fonds oder ETF als nachhaltig ein, weil er das Best-in-Class-Prinzip nutzt, also nur Unternehmen enthalten sind, die die nachhaltigsten Vertreter ihrer Branche sind. Das heißt aber nicht, dass diese Unternehmen alle durch und durch grün sind. Eine NGO könnte beim näheren Hinschauen zum Beispiel herausfinden, dass im betreffenden Fonds oder ETF auch Unternehmen sind, die ihr Geld mit fossilen Brennstoffen oder Rüstung verdienen. Sie sind dann zwar nachhaltiger als andere Firmen ihrer Branche, aber nach den subjektiven Maßstäben der NGO wäre dieser Fonds oder ETF dennoch eher ein Fall von Greenwashing. Es kommt immer auf die individuelle Betrachtungsweise an.

Noch mehr über nachhaltige Investitionen: Fünf Trends: So kannst du nachhaltig investieren. Grüne Geldanlagen: Was hinter dem Boom steckt und Buchtipps für ein nachhaltiges Investment.

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