Frauenhand hält herbstliches Blatt in die Höhe als Sinnbild für TER bei ETFs
Josh Hild / Pexels

Wie wichtig ist die TER im ETF?

Die TER (Total Expense Ratio) zeigt, wie viel Prozent einer Anlage jährlich für Betriebskosten des ETFs abgezogen werden. Aber wie hoch darf sie sein? Und was bedeutet sie langfristig?

Die wichtigsten Kriterien bei der ETF-Suche

Einen ETF suchen wir meist nach mehreren Kriterien aus: dem Index (z. B. MSCI World, FTSE All-World, MSCI ACWI), der Replikationsmethode (physisch oder synthetisch), ausschüttend oder thesaurierend, Domizil und Steuer (Irland (IE) oder Luxemburg (LU)), Fondsgröße und Liquidität, Nachhaltigkeit und Werte. Der ETF soll vor allem breit diversifiziert sein, um das Risiko zu minimieren. Was oft außer Acht gelassen wird, ist die TER.

Was ist die TER?

Die TER (Total Expense Ratio) ist so etwas wie die jährliche Servicegebühr eines ETFs, nur eleganter verpackt. Sie zeigt, wie viel Prozent des Fondsvermögens pro Jahr für Verwaltung, Depotbank, Lizenzen und andere Betriebskosten abgezogen werden. Eine TER von 0,20 Prozent bedeutet also: Von 10.000 Euro Anlage fließen jährlich rund 20 Euro an den Anbieter. Klingt wenig, doch über Jahre summiert sich das. Deshalb gilt: Je niedriger die TER, desto effizienter der ETF. Trotzdem ist sie kein alleiniger Maßstab. Entscheidend ist, wie exakt der Fonds seinen Index wirklich abbildet. Ein ETF mit minimal höherer TER, aber besserer Tracking Difference, kann am Ende sogar mehr Rendite bringen.

Wie hoch liegt die TER?

Wenn du auf der Suche nach einem guten ETF bist, kannst du auf diese durchschnittlichen Empfehlungen achten:

  • Unter 0,25 % = top für Standard-Indizes (MSCI World, S&P 500, etc.)
  • Bis 0,5 % = okay bei speziellen oder nachhaltigen Strategien
  • Über 0,7 % = nur, wenn du bewusst ein Nischenthema willst

Langfristige Auswirkungen

Über Jahre oder Jahrzehnte gesehen ist die TER (Total Expense Ratio) wichtiger, als sie auf den ersten Blick wirkt. Jedes Jahr knabbert sie ein bisschen an deiner Rendite. Ein ETF mit 0,20 % Kosten klingt kaum anders als einer mit 0,40 %, doch über Jahrzehnte entsteht ein beachtlicher Unterschied durch den Zinseszinseffekt.

Beispiel: Wer 30 Jahre lang 10.000 € mit 7 % Rendite anlegt, hat am Ende rund 76.000 €. Bei 0,4 % TER schrumpft das Ergebnis auf etwa 70.000 € – ganze 6.000 € weniger, allein wegen der Gebühren.

Trotzdem gilt: Die TER ist nur ein Teil. Ein etwas teurer ETF kann langfristig sogar besser abschneiden, wenn er seinen Index präziser abbildet (niedrigere Tracking Difference) oder steuerlich effizienter strukturiert ist. Wer langfristig investiert, sollte daher auf ein gutes Gesamtpaket achten: niedrige Kosten, hohe Stabilität und saubere Indexabbildung.

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Was mache ich, wenn mir nach ein paar Jahren auffällt, dass die TER meines ETFS relativ hoch liegt?

Wenn du nach einigen Jahren feststellst, dass dein ETF teurer ist als vergleichbare Produkte, gibt es mehrere Wege – je nach Depotgröße:

  1. Ruhe bewahren: Eine höhere TER ist selten ein Grund für hektische Verkäufe.
    0,40 % statt 0,20 % kostet bei 10.000 € nur rund 20 € pro Jahr.
    Ein Verkauf kann durch Steuern oder Gebühren teurer werden als die Ersparnis.

  2. Genau prüfen: Hat dein ETF trotz höherer TER eine gute Performance?

    Deckt der günstigere ETF wirklich denselben Index ab (z. B. MSCI World vs. FTSE All-World)?
  3. Sparplan anpassen:
    Wenn du regelmäßig investierst, kannst du neue Sparraten in einen günstigeren ETF einzahlen und den alten Bestand einfach behalten (Buy & Hold).
    So senkst du schrittweise deine durchschnittlichen Kosten – ohne unnötige Verkäufe.

Hier erklären wir dir, worauf du bei der ETF-Suche achten solltest und wie das Investieren in ETFs genau funktioniert. Die TER ist wichtig, aber kein Allesentscheider. Langfristig belohnt der Markt Disziplin, Zeit und Diversifikation stärker als den Jagdinstinkt nach der billigsten Zahl.

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