Krypto fühlt sich beim Einstieg oft an wie ein überfüllter Basar: Überall blinkt etwas, alle rufen „letzte Chance“, und irgendwo steht garantiert jemand, der dir verspricht, du müsstest jetzt nur schnell handeln und wärst morgen finanziell frei. Das Problem ist nicht, dass Krypto grundsätzlich gefährlich wäre. Gefährlich ist eher das Drumherum, denn Zeitdruck wirkt plötzlich normal, Halbwissen klingt nach Expertise, und manche Maschen sind so gut inszeniert, dass man sie erst erkennt, wenn es bereits teuer geworden ist. Viele verlieren beim Einstieg nicht wegen der Kurse Geld, sondern weil sie typische Anfängerfehler machen. Die gute Nachricht: Diese Fehler sind vermeidbar, wenn man einmal weiß, worauf man achten muss.
1. FOMO: Wenn dein Bauch schneller investiert als dein Kopf
Du siehst einen bestimmten Coin überall. Auf Social Media, in Kommentaren, in dubiosen Gruppen, manchmal sogar in den Storys von Leuten, die gestern noch Hautpflege verkauft haben. Und plötzlich entsteht dieses Gefühl, als würdest du gerade den Zug verpassen, der ohne dich Richtung Wohlstand abfährt. FOMO nennt man das, die Angst, etwas zu verpassen. Klingt harmlos, führt in der Kryptowelt aber schnell zu Kurzschlussentscheidungen, weil Tempo sich plötzlich wichtiger anfühlt als ein klarer Blick.
Wer gestresst kauft, prüft weniger, und wer weniger prüft, wird nicht nur leichter zum Opfer von Hype-Coins, sondern auch von Betrügern, die genau auf diesen Zustand setzen. Der häufigste Nährboden für Betrug ist nicht Unwissen, sondern ein zu schneller Klick im falschen Moment.
Lies auch:

Krypto-Kompass 2026: Weniger Hype, mehr Haltung
2025 war wild: Für Bitcoin gab es neue Rekordhochs, aber auch heftige Rücksetzer. Was erwartet uns 2026 am Kryptomarkt?
2. Dubiose Plattformen und schwache Kontosicherung: Wenn dein Geld plötzlich festhängt
Eine der teuersten Fallen sind Plattformen, die aussehen wie seriöse Kryptobörsen. Sie wirken modern und professionell, haben Support-Chats und Grafiken, die Professionalität ausstrahlen, auch wenn sie nur Kulisse sind. Kritisch wird es meist bei Auszahlungen, denn plötzlich sollst du zusätzliche Gebühren überweisen, Steuern vorab zahlen oder erst eine Sicherheitszahlung leisten, damit dein Geld freigegeben wird. Spätestens dann ist klar: Hier verwaltet niemand dein Investment, hier missbraucht jemand dein Vertrauen.
Wenn du den Einstieg möglichst stressfrei halten willst, nutze lieber etablierte Anbieter mit guter Reputation. In Deutschland wird zum Beispiel Bison oft als unkomplizierter Einstieg genutzt. Coinbase ist international einer der bekanntesten Namen. Perfekt ist keine Plattform, aber das ist meist die deutlich bessere Basis als der dubiose „Geheimtipp“ aus irgendeinem Whatsapp-Chat. Und selbst bei seriösen Börsen lohnt ein Blick auf die Sicherheit: SMS-Codes wirken vertraut, sind aber nicht die stabilste Variante, weil es Betrugsfälle gibt, bei denen Angreifer eine Handynummer übernehmen und dadurch Zugriff bekommen. Eine Authenticator-App ist meist die bessere Wahl, weil die Codes direkt auf deinem Gerät entstehen und nicht als SMS herumwandern. Klingt ungefähr so sexy wie ein Fahrradhelm, ist aber genau deshalb gut.
3. Gratis-Coins und Airdrops: Wenn „kostenlos“ plötzlich teuer wird
Airdrops, also angeblich kostenlose Coins, sind der Köder, der fast immer funktioniert. Du bekommst einen Link, dort steht „Claim now“ oder „Bonus sichern“, und danach sollst du deine Wallet verbinden. Wer neu ist, denkt sich: Klingt gut, wird schon passen.
Die Gefahr liegt oft in dem, was man anschließend bestätigt. Ein Klick kann reichen, um einer fremden Website Rechte zu geben, die sie nicht haben sollte, und am Ende sitzt man da und fragt sich, wie man aus einem Gratisbonus eine sehr reale Abbuchung gemacht hat. Wenn dich etwas unter Zeitdruck setzt, ist das oftmals eher Köder als Geschenk.
Lies auch:

Krypto für Mamas: So baust du heute die digitale Zukunft deiner Kinder
Digitale Währungen sind längst Teil der Finanzwelt. In unserer Kolumne Kolumne „She goes Crypto“ erklären wir, wie du Kryptowährungen verstehst, sinnvoll nutzt und Schritt für Schritt in deine Familienfinanzen integrierst.
4. Die Seed Phrase: Der Schlüssel, den niemand jemals sehen darf
Wer eine Wallet erstellt, bekommt eine Liste aus Wörtern, meistens 12 oder 24. Diese Wörter sind der Generalschlüssel zu deiner Wallet. Wer sie kennt, kann deine Coins bewegen, ohne Passwortabfrage und ohne Rettungsleine. Genau deshalb ist die Seed Phrase die Lieblingsbeute vieler Betrüger.
Der Klassiker ist Fake-Support: freundlich, hilfsbereit, scheinbar seriös, nur mit dem winzigen Haken, dass es am Ende immer darum geht, dass du diese Wörter irgendwo eingeben oder schicken sollst. Und genau da musst du den Schlussstrich ziehen, denn kein seriöser Anbieter fragt danach, niemand braucht sie für Support oder Verifizierung. Wenn jemand sie will, dann nicht, um dir zu helfen, sondern um dein Konto leerzuräumen.
Du musst für Krypto keine Technik-Expertin sein. Es reicht völlig, wenn du die typischen Stolperfallen erkennst, bevor du hineintappst. Wenn du Ruhe bewahrst, nicht aus Druck heraus kaufst und Sicherheit nicht als Nebensache behandelst, wird aus dem wilden Basar ziemlich schnell ein Markt, in dem du dich souverän bewegen kannst.
Denn mal ehrlich: Dass Kurse schwanken, gehört bei Krypto einfach dazu. Aber sein Geld an einen Fake-Support oder eine dubiose Plattform zu verlieren, ist keine Marktbewegung, sondern ein vermeidbarer Fehler. Wer ruhig startet, einmal mehr prüft als klickt und sich nicht vom nächsten Hype durchs Internet schubsen lässt, hat am Ende oft mehr gewonnen als jene, die kopflos überall gleichzeitig aufspringen.
"She goes Crypto": Die finanzielle-Kolumne
Unsere Autorin Svenja Zitzer
Svenja hat internationale Fachjournalistik studiert und begeistert sich schon seit 2015 für Bitcoin & Co., immer auf der Spur von Zukunftstrends mit echtem Impact. Für finanzielle schreibt sie in Kooperation mit Bitcoin2Go die neue Kolumne „She goes Crypto“. Dabei erklärt sie die wichtigsten Coins und langfristige Strategien, wie man mit Kryptowährungen ein Vermögen aufbauen kann.









