In Gold anlegen: Lohnt sich eine Investition?
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Du willst in Gold anlegen? Was du jetzt beachten solltest

Wenn du dein Geld in Gold anlegen willst, solltest du genau überlegen, wie du vorgehst und ob diese Geldanlage zu dir passt! Wir helfen dir zu klären, ob sich eine Investition in Gold lohnt.

Geld in Gold anlegen: Stabilität in Krisenzeiten

Gold entstand einst aus katastrophalen Sternenkollisionen. Forscher, die die Geschichte des Universums entschlüsseln, gehen von gewaltigen Zusammenstößen vor vielen Milliarden Jahren aus, die Neutronensterne in heftigen Gammastrahlenblitzen verschmelzen ließen. Eine Art kosmische Goldschmiede, in der ungeheure Kräfte wirken.

Gold steht für Reichtum, Glanz und Macht – und für Beständigkeit. Doch der schöne Schein ist trügerisch. So strahlend der Auftritt des Edelmetalls in der Menschheitsgeschichte auch ausfiel, als Geldanlage ist es nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Und wie steht es um die Nachhaltigkeit? 

Wertspeicher Gold

In der Menschheitsgeschichte steht Gold seit jeher für Reichtum. Davon zeugen Schmuck und Goldmünzen aus den verschiedensten Epochen. Die Verheißung des Elements liegt auch in dieser Beständigkeit. Es wird nicht verbraucht oder aufgebraucht, es ändert lediglich die Aufbewahrungsform. Es rostet nicht und ist kaum zu zerstören. Immer und immer wieder kann es eingeschmolzen und neu verarbeitet werden. Gold gilt als Wertspeicher auch in bewegten Zeiten: Wenn Währungen in Krisenzeiten wankten, wenn die Wirtschaft in die Knie ging oder Besitz zerstört wurde – Gold bewahrt verlässlich seinen Wert.

Run auf Gold in Krisenzeiten

Auch die Corona-Krise hat die Nachfrage nach Gold verstärkt. Nach dem Rekordjahr 2020 blieb der Umsatz auch im vergangenen Jahr konstant hoch, berichtet pro aurum, einer der größten Edelmetallhändler in Deutschland. Weltweit ist die Nachfrage 2021 sogar um zehn Prozent gestiegen, vermeldet der Branchenverband World Gold Council (WGC). „Das zentrale Motiv für Edelmetallkäufe ist seit Monaten die Angst vor steigender Inflation“, sagt Benjamin Summa von pro aurum.“ Gold ist eine Versicherung für das Portfolio. Gold als sicherer Hafen in stürmischen Zeiten – so sehen es viele Anleger.

Heftige Kursschwankungen

Verbraucherschützer hingegen warnen: Gold ist alles andere als eine sichere Geldanlage. Die Preise schwanken teils heftig – in den vergangenen zwei Jahrzehnten zwischen rund 300 und 1750 Euro pro Feinunze. Als Beimischung zu einem Anlagemix kann es aber durchaus Risiken senken. Denn in Krisenzeiten hat sich mehrfach gezeigt, dass Gold seinen Wert bewahrte oder sogar zulegte. Während die Aktienkurse zu Beginn der Corona-Krise weltweit einbrachen, stieg der Goldpreis in Rekordhöhen. Ähnlich sah es während der Finanzkrise ab 2007 aus. Gold taugt als Krisenwährung: Es hat Krieg, Wirtschaftsflauten und mehrere Währungsreformen überstanden. Anderes als Papiergeld kann es nicht beliebig vermehrt werden und es ist zugleich nur begrenzt auf der Welt vorhanden. Auch das sorgt dafür, dass es seinen Wert gut bewahren kann. 

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Blick auf den Goldpreis

Auf und ab: Der Goldpreis ist teils heftigen Schwankungen unterworfen.                  Hier gibt es den aktuellen Goldkurs an der Frankfurter Börse.

Investieren in Gold: Nachteile

Ein Investment in Gold bringt gerade für Privatpersonen aber auch einige Schwierigkeiten mit sich – abgesehen von den schwankenden Kursen.

  • Gold aufzubewahren ist teuer: Gold zu Hause zu lagern, ist riskant. Ein Bank-Schließfach dagegen kostet Geld.
  • Gold wird in Dollar gehandelt. Dadurch besteht ein Währungsrisiko und der Ertrag beim Verkauf ist auch abhängig vom Dollarkurs.

Ein schmutziges Geschäft?

Wer dennoch mit Gold liebäugelt, sollte eines aber wissen: Ein grünes Investment ist Gold eher nicht. Und auch das zieht sich durch die Geschichte: Gold steht für Gier und Ausbeutung – bis heute zum Beispiel mancherorts bei der Goldgewinnung. Hilfsorganisationen berichten, dass in den Minen Lateinamerikas und Westafrikas Kinder schuften, Sicherheitsstandards werden missachtet, es gibt Unfälle. Immer wieder kommt es vor, dass Minenkonzerne und illegale Goldschürfer die Menschen von ihrem Land vertreiben, um Goldvorkommen auszubeuten. Einige Vorkommen des Edelmetalls liegen in Konflikt- und Krisenregionen, mit dem gewonnen Gold verdienen kriminelle Banden oder Bürgerkriegsparteien ihr Geld.

Ohne Rücksicht auf die Umwelt

Ein weiteres Problem bei der Goldgewinnung ist die Umweltverschmutzung. Um den begehrten Rohstoff aus einem Gesteinsbrocken herauszulösen, werden vielfach hochgiftige Chemikalien wie Zyanid (Blausäure) oder Quecksilber eingesetzt. Eine Gefahr für Seen und Flüsse und die Trinkwasserversorgung. Experten schätzen, dass allein in den Amazonas jährlich rund 100 Tonnen Quecksilber gelangen, die in Minen eingesetzt wurden. 

Geht das auch nachhaltig?

Es geht aber auch anders: Das Fairtrade-Siegel zum Beispiel zeichnet Goldprodukte aus, die Sicherheitsbestimmungen für Mensch und Umwelt einhalten. Bis jetzt können es jedoch nur wenige Goldminen vorweisen. Eine Art Minimalstandard für den ethisch korrekten Handel mit Gold hat sich auch Europas größter Handelsplatz für Edelmetalle, der London Bullion Market (LBMA), verordnet. Die Hersteller sind bestimmten sozialen und umweltpolitischen Richtlinien unterworfen.

Alles nur Kompromisse, meint Roland Aulitzky von der Stiftung Warentest und warnt vor Augenwischerei. „Gold ist nie vollkommen ethisch und ökologisch korrekt. Völlig sauberes Anlagegold gibt es nicht.“

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Wie viel Gold gibt es auf der Welt?

In der gesamten Geschichte der Menschheit wurden Expertenschätzungen zufolge bisher gut 190.000 Tonnen Gold geschürft. Das entspricht einem Würfel aus reinem Gold mit mehr als 20 Metern Seitenlänge. Und diese Menge nimmt beständig zu: Jährlich werden rund 3.000 Tonnen gefördert. Etwa 80 Prozent gehen in die Herstellung von Schmuck, der Rest entfällt auf die Industrie sowie die Barren- und Münzenherstellung. China ist der weltweit größte Goldproduzent, vor Australien und den USA. Noch etwa 53.000 Tonnen Gold schlummern vermutlich noch in der Erde. Geht der Abbau weiter so voran, sind die Vorräte in rund 20 Jahren erschöpft.

Ist altes Gold besser?

Eine Alternative ist Recycling-Gold – dabei entsteht zumindest kein neuer Schaden. Recyceltes Gold hat denselben Wert wie neugeschürftes Gold, belastet die Umwelt aber weitaus weniger. Eine Quelle dafür sind die europäischen Scheideanstalten. Dort werden unter anderem Altschmuck und Zahngold in ihre ursprünglichen Bestandteile zerlegt. Auch im Inneren alter Elektrogeräte wie etwa Computer oder Handys stecken Bauteile mit winzigen Mengen an Gold, das in Scheideanstalten recycelt und zu Feingoldbarren verarbeitet wird. „Wer sich für Recycling-Gold entscheidet, fördert zumindest nicht den Neuabbau, sondern unterstützt die Wiederverwertung des Edelmetalls“, sagt Aulitzky.

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